Die Türkei steckt in einer schweren politischen Krise. Auslöser dafür ist die bislang gescheiterte Wahl des neuen Präsidenten am Bosporus. Abdullah Gül, Aussenminister und Mitglied der islamisch-konservativen Partei AK, konnte sich im Parlament weder im ersten, noch im zweiten Wahldurchgang durchsetzen. Grund dafür ist der Boykott der streng kemalistischen Republikanischen Volkspartei (CHP) unter Deniz Baykal. Ministerpräsident Tayyip Erdogan reagiert mit vorgezogenen Neuwahlen am 22. Juli, doch der Widerstand gegen die Machtzunahme der AKP lässt seit Wochen hundertausende Türkinnen und Türken durch die Straßen ziehen.
Ihre Angst vor einer „Islamisierung“ des gesellschaftspolitischen Lebens wie im Iran, stößt vor allem beim Militär auf Freude. Bereits vor Wochen haben führende Generäle öffentlich damit gedroht, den in der Türkei verankerten Laizismus „mit allen Mitteln“ zu verteidigen. Die türkische Armee hat bereits mehrmals – 1960, 1971 und 1980 – in die politischen Entwicklungen des Landes eingegriffen. Dieser Weblog, betrieben von KISMET, soll begleitend zu den kommenden Neuwahlen und ihren Folgen ausführlich berichten.
2 Antworten bis hierher ↓
Ansar // 18.Mai 2007 um 15:20 |
Was wird sich das Militär wohl dann einfallen lassen, wenn Erogans Partei wieder die Mehrheit haben sollte? Wird man dann keinen Präsidenten mehr wählen können, weil ja immer Abgeordnete fernbleiben können?
m0rg0r // 12.Juni 2007 um 17:44 |
und so ein land soll in die EU? politische Instabilität, ein weiterer grund die Türkei NICHT in die EU zu lassen(bringt Vorteile für beide Länder)…